Kroll, Paul Peter:
Flucht aus dem Chaos - Teil 1
Erinnerungen aus Kriegs- und Nachkriegszeit.
2009. 144 Seiten. Pb.
Euro 9,80 (D).
ISBN 978-3-8301-1223-5. R.G.Fischer Verlag

Im ersten Teil seiner Autobiografie erzählt Paul Peter Kroll, wie er als 15-Jähriger das Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Ort nahe der deutsch-polnischen Grenze erlebt. Beim Herumstöbern in den von ihren Bewohnern aufgegebenen Häusern entdeckt er ganze Bibliotheken und nimmt Bücher mit nach Hause. Das Lesen wird seine Leidenschaft und befördert seinen Wunsch, Schriftsteller zu werden und die Enge der Kleinstadt zu verlassen. Sein unbedingter Wille nach Freiheit und Selbstentfaltung führt den jungen Mann an viele Stationen, bis das Ziel Amerika vor ihm aufscheint.

Paul Peter Kroll wird 1929 in Westpreußen geboren, wo er auch aufwächst. Durch den Krieg und später die Besetzung Preußens muss er sein Studium abbrechen. Noch minderjährig, flüchtet er mittellos nach Berlin, von wo aus er einige hungrige Monate später über die Zonengrenze nach Westen geht und als Kuhhirte auf einem Bauernhof landet. Auf wunderbare Weise gelangt er später nach Brasilien und schafft es bis zum Fabrikdirektor. Dann verliert er alles.

Er erhält einen Job bei einer Fluggesellschaft, bereist die halbe Welt und lernt andere Völker und Kulturen, aber auch Armut und Elend kennen. In Paris wird er endlich sesshaft, verliert später auch hier wieder alles – und nicht zum letzten Mal. Dreimal baut sich Paul Peter Kroll eine neue Existenz auf, dreimal erleidet er am Ende doch Schiffbruch. Seiner Überzeugung nach schadet man sich durch zuviel Vertrauen in andere am Ende selbst.

Der Autor lebt heute zurückgezogen irgendwo in Frankreich.