
Der Autor, Hardy Eberhard, ist Berliner., Kritik, Selbstkritik, Ironie, Satire, Spott bis hin zur Groteske und zum Makabren, aber durchaus auch Besinnliches kennzeichnen seine bevorzugten Inhalte und Ausdrucksformen, wenn er Menschen, deren Sozialverhalten und Erlebnisse in der Natur beschreibt.
Hardy Eberhard
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Wie Haut und Knochen auszogen, ihr Glück zu finden …
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Über Meinungsfreiheit und die Freiheit nicht antworten zu müssen, dabei immer
... bei der unsere Nachbarin so bewegenden großen Frage der Menschheit:
Was unterscheidet den Verlierer vom Erfolgsmenschen?
Wer weiß es? Sie dahinten? Sie sehen so intelligent aus! Ihr vielleicht? Auch nicht?
Ich auch nicht, wir haben da etwas gemeinsam, ein Defizit und leiden gemeinsam, und dürfen uns jetzt trösten.
Auf der gerade richtigen Datenautobahn surfen! Wie?
Genau, so ist’s, er weiß es nicht;
auch ahnungslos, wenn es darum geht vor allem Nutzlosigkeit und Sinnentleerung zur Notwendigkeit aufzuwerten und damit sich selbst,
und ist auch weit davon entfernt, vor einer dümpelnden Dumpflingherde als wortschwalliges Alphamännchen unserer beredten Leitkultur voranschreiten zu können. Als Männchen, als Weibchen? Heute egal,
und gehört erst recht nicht zur anschwellenden Kaste eloquenter Aufsichtsratsmitglieder, gar scharfzüngiger Abteilungsleiter, scheint´s feinsinniger Vorstandsmitglieder sowie diverser anderer bundesrepublikanischer Leidfiguren in Leitpositionen, die bei überhitztem Redebedarf ihre ersehnte Rolle zu inszenieren suchen, oder besser, wie vorige Woche in Japan, komplette Atomkraftwerke zum Glühen bringen, durch strahlendes Kampfgeplapper beispielgebend ihr Revier glauben behaupten zu müssen; mit patriotischem Eifer wuseln: Love, nein Kampfparaden! Liebes, nein Kampfmobben; Kampfsaufen, Kampfschietern, Kampfpupsen, Kampfstinkern und immer inmitten unserer wohlduftenden Fanmeilen.
Und warum nicht bei euch, im Büro, zu Hause? Nur so zur Abwechslung und nur als ein Vorschlag unter vielen anderen?
Oder spielen die Nachbarn etwa nicht mehr mit, wie, die Partner? Die treuen »Alt und Doof« – Kunden an den Bankschaltern?
Und fortwährend eingestellt auf Angriff und Verteidigung, von Mann zu Mann, von Frau zu Frau, von Nachbar zu Nachbar, versicherte man mir. Versichere ich euch, werdet ihr euren Nachbarn mit Nachdruck versichern können,
denn ich weiß Bescheid, besser als jeder andere, und wissen doch alle, und meine Nachbarin erst! Die von der Männer - domestizierenden Art, ihr wisst schon wie. Müsst sie unbedingt ´mal kennen lernen.
Aber üble Gedanken beiseite. Man kennt das aus dem vorigen Jahrtausend, was alle falsch machen, kann nicht falsch sein! Man glaubt es kaum. Wir bewegen uns auf neutralem Terrain, man weiß ja schon, fernab jener abgehobenen Gefilde, um der Auserwählten Zorngeplapper nicht unaufgefordert auf uns ziehen zu müssen; aber nicht in Berlin! Ihr glaubt es kaum.
Unser Wille ist stark!
Nein, nein. An den grünenden Ufern der friedlich murmelnden Aller hingegen, im Schutz des historischen Ratsweinkellers vielleicht, auf der lauschigen Bank im malerischsten Winkel von Gifhorn zum Beispiel, auf dem Platz mit der Gerichtslinde, neben der uralten Eiche, zur Abwechslung, im Frühlingsduft berauschend, mitleidvoll seufzend, wo doch Niedersachsen noch lustvoll miteinander zu parlieren verstehen, leichtfüßig ballettartig, behände tänzelnd, allumfassend, geleitet von blitzartigen Zuckungen ihres lebendigen Geistes, wo musikalische Grillen polytone Laute schlagen, vielfarbiges Federvieh unbeschwert im Breulergarten liebeshungrig piepst, wo gelehrige Schüler verehrter Vorbilder, äußerlich als auch inniglich getragen von vibrierendem Zungenschlag sich wortgewaltig entladen müssen über sich selbst, über dich und mich, Möpse, Moorleichen, Gartenzwerge, über mollige diese und drollige jene und vor allem über jene mit Haut und Knochen und Haaren.
Und da schreibt mir meine Nachbarin, ist ganz weg,
und wie die jetzt aussieht, nur Haut und Haare, lauter Haut und Knochen,
und dass die noch lebt, wie das wohl geht,
und früher war die so intelligent und jetzt das,
und so hübsch die war.
Was, stimmt nicht?
Lass mich doch auch einmal ausreden, geb’ mir doch solche Mühe.
Jetzt sag ich euch auch mal etwas.
Konnte mehr, als nur mit Puscheln wedeln,
habe ich doch immer schon gesagt, aber so gemein ist die Welt.
Versteht ihr das? Hört ihr mich überhaupt?
Ausgerechnet Berlin, hastenich, kannstenich, was sucht die da,
weiß wohl, die jungen Dinger von heute, nee, nee, nee, passt bloß auf, und so gemein.
Paß auf, wie? Gartenzwerg, ich?
Nee, doch, warum, wie, was? Muss einem doch gesagt werden.
Paß auf. Da komm ich wohl gestern nach Hause, und da sehe ich die, na du weißt schon wen,
aber auf mich will ja nie niemand hören,
gehör schließlich auch dazu,
und da wohnte die, na die Nachbarin, die mit Haut und Knochen die, jetzt in Berlin die, und er, na du weißt schon wer, der aus dem Schnepfenweg fünfzehn, im Winkel, vornehme Gegend da, für die aus Wolfsburg, ganz was Feines, bei den Funkern nebenan, schon unheimlich, was die da treiben. Völlig undurchsichtig das, Elektrosmog heißt’s heute, wer sagt das eigentlich, na, wenn’s bei denen nur recht funken tut, dann eben, reden heute nur noch, die Leute,
aber bei meiner Nachbarin, wer hat da noch Durchblick, Fehlanzeige, höre nur noch Stimmen, Stimmensmog das, nichts verstehen bei all dem heißlaufenden Geschnatter,
brennen dann immer gleich die Sicherungen durch, bei mir, hältst du ja im Kopf nicht aus das. Null Durchblick, zappenduster,
aber ich bin nicht neugierig, ich nie, und beklage mich nie,
und rennen dann immer so aufgeregt durch die Büsche, unsere schöne Heide, aufgescheuchte Karnickel die, wie das wohl enden mag,
und peilen immer ganz aufgeregt, auch um die Ecke und suchen was und finden nichts, wie das wohl geht. Bei meinem Männe hatte das mal gewirkt, dann ich, aber das war früher. Tanzstunde, Partnerwahl, mein Männe, was ‘ne Strahlung, immer positiv, früher, und nicht schädlich, nein, nein. Was `ne Rente, jetzt, bleibende Strahlung das, ohne Schäden, ohne Smog, ohne Rauch und ganz sicher, wie man hört, wie ich meine, die Rente, wer man so sagt.
Ja, kenne sie schon lange, lange, lange Zeit, alles, alle, auch all die anderen, die aus Gifhorn, und so, und auch die von weit weg die,
und sie, und ihn erst, wie Anke, meine alte Stute, die Treue,
blies auch immer so die Nüstern auf, die Gescheckte, und strahlte vor Freude, echt, und in ihrem Blick immer so ‘was Possierliches,
und hier in Gifhorn fühlten die sich so wohl, draußen, bei den Mühlen,
und er immer so geschwätzig, der von ihr, und sagte auch immer danke schön,
und er was Feines, ganz was Feines,
und richtig nette Nachbarn, so nett,
immer so pünktlich, so freundlich, immer mehr als nur ein freundliches Wort, und ein offenes Ohr, und auch mehr.
Ich will ja nichts gesagt haben, hört ja doch niemand zu,
und was der von der wohl wollte, man hört ja so einiges,
aber von mir nichts mehr, nichts, nichts, aber auch gar nichts, rein gar nichts.
Hörst du noch etwas? Auch egal, Ich weiß Bescheid, wovon war die Rede?
Und denk dir bloß, wie? Denk schon, so war’s, aber hör mal. Die anderen nicht einmal danke schön.
Und erst der Großvater von der, na du weißt schon, soll ein bisken auf der hohen Kante gehabt haben.
Ich sag’s ja immer.
Aber hat jetzt auch eine Wampe, wie alle, und wenn ich was sage,
aber auf mich hört ja niemand. Männer eben, wen wundert’ s, kommen nie richtig in die Puschen so. Und die Muttis erst! Seid es euch immer wert. Lustgewinn durch formbare Männer, sagen die in der Werbung! An meine kommt keiner ran, Formen meine ich! Dafür alle nach Nordkenia, ganz ohne Begleitung, was die da wohl haben! Aids? Nee, das war gestern, heute Ebola heißt das, kurz und bündig, unbedingt mal ausprobieren. Was sich die Natur so alles einfallen läßt, sowas.
Nein, wie niedlich, gucke mal da, da drüben, die Kleinen, sind die süß,
sind die wohl von hier? Goldige Bälger die, und so lieb.
Männer, alles geile Böcke, Verkalkungen, Blutdruck und Chloresterol, Cholsterol, Kloklostol oder wie die Weißkittel das in der Werbung immer heißen tun, was die damit wohl meinen tun,
aber mein Männe war da immer ganz anders, immer Strahlemann,
und wie die immer heulen tun, wenn da mal ein Tor fällt,
aber am ganzen Körper, hernach, im Bett, ganz schlapp.
und alles Implantate, wenn die da so laufen tun, immer hinter
den runden Dingern her, brauchen die nicht, von mir aus. Sehe die Knacker am liebsten von hinten, was soll das ganze Sport – Gedönse. Nix mehr von Supermann. Aber die Jungs vom Fußball, wat’ n knackiger Popokatepetl, weiß schon, der mit aliphatischem Oberteil, du weißt schon, griffig, doppelgriffig, abriebfrei, anders als unsere Politiker, die in der Werbung,
und Männer, wo die sich heute überall rumschneiden lassen und wo die sich so rumsaugen lassen, Männer eben, was an denen alles so rumhängen tut, bei mir nichts mehr, und bei meinem Männe alles stramm. Die anderen: Segelohren, Hakennasen, Nasenhaare, Schlappmaul, Krummbeine, aber ihr versteht sowieso nichts davon, weiß wohl. Lippenpflöcke, überall, am ganzen Körper, und durchbohren, du fasst das nicht, durch den Zippel, sieht man doch gar nicht. Aber in der Sauna, musst’ unbedingt mal hingehen und angucken. Lippentaler. Was die wohl davon haben tun. Penisköcher, auch geflochten, Modell Namba. Stört das nicht ein bisschen, wenn die hinterher damit dann rumtun müssen?
Und meine Anke war da ganz anders, nach jedem Ausritt,
und so lieb, jawohl, mich sehen, wie die so lieb mit dem Schwanz wedelte, und wiehert so sanft, und nichts mit Plappern und dazwischen reden, und nur ein Ring durch die Nase, nicht aus China, rostfrei, pflegeleicht, ganz was Feines, und immer so lieb, so lieb.
Und weiß wohl, ist eben Pfingsten, die ganzen Auswärtigen, immer nur rumrennen, waren auch schon mal besser. Bei dem Wetter. Wissen wohl, was se hier haben, ihre Ruhe. Und sagen kein Wort. Haben wir das gut,
und die Jucktur, wie, Kojunktur, was, Konjunktur, na eben, sag ich doch die ganze Zeit, auch nicht mehr das, was ‘se einmal war, und die Bonuszahlungen erst.
Aber nein, nein, nie und nimmer! Alles diesig, immer wieder Smog, sagen die Vielredner in der Werbung.
Muss man das eigentlich immer so glauben? Oder verstehen? Egal!
Und dann sagte der noch, der Enkel von ihm, also der Bruder von ihr, aber der redete immer viel zu viel,
und alles durcheinander, wie der das wohl so hinkriegt,
aber dann hat sie noch einen Schlaganfall gehabt, und das in ihrem Alter.
Haben sie wieder hingekriegt. Toll, was die heute machen. Alles neu.
und immer hinter meinem Rücken.
Aber mir sagt man ja sowas nicht,
Herzen, Gehirne, Busen, Därme, Gelenke. Hälst’ ja im Kopp nicht aus. Auch Kunstfehler, manchmal, nennen die das so, und vertauschen dann Hüft - und Kniegelenke dabei, aber dass das nicht so richtig funktioniert, weiß ich schon lange.
In der Kunst gibt es keine Fehler, sagte Krawutzke immer, Lehrer Krawutzke, aber das war vor seiner OP, jetzt nichts mehr mit Kunst, er, kein Wort mehr, was sonst,
und bei ihr war’ s nur ein Schlaganfall,
aber auf mich hört ja niemand,
aber da kann man nichts falsch reparieren. Braucht keine Ahnung zu haben, ich weiß Bescheid! Jetzt red’ ich.
Seid doch bloß mal still, muss das wohl öfter wiederholen bis ihr das so richtig verstehen tut.
Bei den Ärzten und bei den anderen, und so viele faule Eier, überall Kunstfehler, aber ist schon kompliziert. Wenn die einem so den Bauch aufschlitzen tun, und wenn die dann reingucken tun, und rummachen tun, und bei dem Durcheinander, Bänder, Adern, Sehnen, Kabel, Schläuche, Strippen. Fäden, wer lötet das wieder zusammen, richtig, geht alles drunter und drüber, kann man sich doch leicht vertun, oder, ist doch klar,
aber mir würde das auch passieren, habe das schon oft gesehen das.
Aber jetzt ist sie wieder auf dem Damm, und in Berlin, und sie war immer so nett dabei, Goldkind so was, so gesund, so ein Engel.
Was? Nie gehört! Kann nicht sein, nie!
Wie die das so macht, so ganz allein in Berlin,
und was die da wohl zu suchen hat, und Brezelberg, wie, Prenzelberg, Prezelpark, wo das wohl ist,
aber kenne nur Spandau, da auf dem Weg hinter Wolfsburg oder so. Sankt Tropez, auch ganz feine Gegend, früher, heute auch nicht mehr das was es einmal war, wie »Im Winkel«, ihr seid es euch immer Wert, sagt das dürre Ding da in der Werbung,
versteht sich, verstehen, wie, sollte man besser wohl doch nur glauben, wie bei den Benzinpreisen heute, den Entführungen, den Radikalinskis, den Politikern, den Bärtigen, den Bänkern, den Talibaninskis, immer Gehirn ausschalten, danach »PZ«, problemfreie Zone.
Alle in die Jahre gekommen, zwischenzeitlich, so runzlig, so vergesslich, so aufgelöst im Smog, höre immer Rauchverbot. Und dann die vielen Graffiti,
aber Kunst ist das, haben sie gesagt, ganz ohne Fehler, heute auch auf den Armen, Bäuchen, Busen, Backen, ganz vorn, ganz hinten, unter der Sohle, auf dem Kopf, keine Haare, keine Klamotten mehr drauf, nichts drunter, nichts drüber, sieht echt aus, und ganz ohne Goldrahmen, wie in der Werbung, aber bei mir nicht, von mir aus, in Brenzelberg, wie, Rentnerberg, aber ohne mich, in Viti Levu hatten sie das auch, ganz früher, auch bei den Frauen, auch da, wo’s ganz heiß her geht, bei unseren Schwestern, meine ich, bevor die Missionare, die aus dem Kloster kamen, nach Fiji.
Ob die da auch so viel reden tun? Sie war ja immer ein ganz ruhiger Mensch, ganz schweigsam, und so nett und nur Haut und Haare jetzt.
Und immer dafür und nie dagegen.
Ja, kenne die schon lange, beide. Er drüben, in dem Windmühlenpark,
und wackelte immer so mit dem Kopf, aber ganz komisch,
von rechts unten nach links oben, ob das von dem vielen Mühlengucken kommt,
er, Aufseher, er, nicht sie, nee, nee, und grinste immer, schiefer Mund, wie der das wohl machte, sie nicht, nee, nee, sie tat ja immer sehr viel denken, immer mit dem Kopp,
und immer so intelligent. Und nachts erst!
Dafür jetzt in Berlin. Muss ja wohl so sein.
Warum nicht Braunschweig? Auch weit weg.
Und unsere schöne Südheide erst, so schön hier. Warum gehen die alle weg? Niemand mehr, der was sagt.
Mir hört ja doch keiner zu, da redet man und redet und redet, hat aber sonst immer gewirkt. Sollt’ mir das glauben, wozu das viele Gedönse sonst?
Warum sagt ihr nichts? Immer nur Schweigen, lästig sowas. Meine das so wie ich das sage!
Und ganz nach Prezelpark, hört man ja nichts mehr von der!
Haben die sich doch tatsächlich dazu überreden lassen,
aber das war vorher, hört ja so manches von da, und so laut,
und alles Bärtige, und Pitbulls erst, so bullig, immer beißen, warum nicht die eigenen Kerle, immer saufen was die tun, saufen, saufen, prügeln. Alles Radikalinskis, und Schädelnackte, was die da wohl so machen tut, und rauchen und saufen und dann jammern, Kopfschmerzen, Kater. Zu nichts zu gebrauchen, rein gar nichts, und immer nur kiffen.
Da redet man, da redet man und keiner hört zu.
Das läßt das Hirn schrumpfen, das Kiffen, steht in der Heidepost.
Und die Kater erst, Nikotin ist doch so schädlich, und immer diese Ansager in der Werbung, nichts anderes. War auch schon mal besser.
Und Goldfische erst, vertragen auch kein Aspirin mehr, wie bei meinen Nachbarn, nee, nee, nee, bei mir nicht, mit mir nicht.
Was? Ja, ja schon, obgleich, wart mal. Kann sein!
Und Milch erst, wird auch immer teurer,
früher war’ s das Erdöl, und jetzt das. Wie das wohl mal enden wird?
Milch und Erdöl, haben scheint’ s irgendwie miteinander zu tun.
Ja, man hört ja so einiges, oder.
Hat sie gesagt, ich schreie alle an.
Wie, was? Versteh nicht! Lauter reden? Die tut mir ja so, so leid.
Also, was die verkehrt macht, wie, macht sie richtig. Was sagten Sie, machen Sie, so beruflich oder so. Und das in Ihrem Alter!
Und dann, hat immer schon so komisch geguckt, die hatte da was, die hatte da was,
wo ich mir soviel Sorgen um die mache.
Nun hört ‘mal!
Und ihr, sollt mir das endlich einmal glauben, wozu seid ihr letztendlich da?
Wie? Schreiberling? Weiß schon, wie von der Gifhorn Heidepost.
Wissen auch immer viel, können viel erzählen, so viel,
aber mir sagt ja keiner was davon.
Immer viel Wind, viele Worte, Worte, nichts als Worte, Sätze, nichts als Sätze, ja ja, so ist’s, und hinterher, das ganze heißt Roman oder Gedicht oder so. Dafür auch Preise, wie das wohl geht? Will auch einen! Und ganz ohne zu bezahlen. Bei Nichtgefallen zurück, oder? Schon mal so etwas gesehen? Wie? Ich sag‘s ja immer. Ist doch gar nicht vorgesehen. Reden schon, aber zuhören, nerven einen. Machen sogar Geld damit, manchmal!
Wo? Ja, ja, weiß schon, in Berlin, alles besser, alles teurer, die Kartoffeln, die Milch, Gas, Wasser, hältst du ja im Kopf nicht aus, und so laut, so laut, und stinkt, und stinkt, und die Autos, der Lärm, einfach nichts zu hören mehr, nicht mal das eigene Wort, und dann, alle so dünnhäutig da, die in Prezelback, Prezelpark.
Nun lasst mich doch mal ausreden, ihr tut doch auch nichts anderes,
habt ein unheimlich dickes Fell ihr, und was sagt ihr, weiß schon,
und die Leute, so dick und fett, nur Fett und Haare, Fett und Knochen, pfui, pfui, pfui, und die Glatzen, glänzen vor Fett, Fett ist doch so ungesund, sieht man jeden Tag in der Werbung.
Piept doch bei denen, und die Kinder, alle Asthma schon, und so jung, aber man hört mir einfach nicht zu, reden alle so viel, hört sein eigenes Wort nicht, von mir, kein Wort mehr, ab morgen, und da gibt man sich solche Mühe, ist doch so ungesund und so. Redet immer nur der andere. Wie die das überleben, aber alle keine Ahnung,
und ich sag’ s ja immer, mit mir kann man’s ja machen,
und so gemein, wozu redet man da noch, seid es gar nicht wert,
weiß doch Bescheid, weiß doch so Bescheid, schon drei Male gesehen das, bin Experte,
wie oft soll ich das noch wiederholen, hat sonst funktioniert. Kein Respekt mehr. Red’ nicht mehr mit euch, alle so gemein, die Möpse
und die Männer erst, Schädelnackte, Schädelhaarige, die Gelenke, die Blutgedruckten und so und all die anderen, Rennmäuse, Gummibärchen, Gartenzwerge, Moorleichen, Krümelmonster und alle so dösig im Rentnerpark, Prezelpark, und so bissig,
und sie, was ein fröhliches Kind, so ein Sonnenschein, Blondschopf, süßer Wonneproppen das, ganz ohne Falten, die hatte da was, da oben, ja, ja, die hatte da was, im Kopp,
und so intelligent, kann sich mancher von uns Alten gut und gern was abschneiden, ‘ne Scheibe oder zwei.
Was ein Glück, ich weiß Bescheid. Findet man nicht alle Tage, im Smog, nur Haut und Knochen, nicht der Rede wert.
Laß mich doch bloß ‘mal ausreden! Auch egal! Wovon war die Rede?
Wie, gar nicht Rentnerberg, wieder Gifhorn? Nicht Haut und Knochen? Was denn sonst? Biest das, gemeines, geschieht ihr recht!
Warum sagt mir nie niemand nie etwas?
Na, wie war’s?
Ich danke Euch jedenfalls für Euer tapferes Durchhalten, das mitfühlende Schweigen Eurer Stimmbänder, Eurer Handies.
Achtet bitte weiterhin auf Eure Gesundheit, Eure Nachbarin, Eure Wajble, Eure Männla, Eure Gelenke, die Konjunktur, Pelzmäntel, Eure Penishüllen. Bitte nichts liegen lassen!
Das Fundbüro im Hinterhaus quillt über.
Auf dem Heimweg: nicht von fremden Hunden beißen lassen, zurückbeißen. Ihr wisst schon wie! Dabei nicht zu bissig werden. Bellen, Quaken, Zwitschern, Grunzen, Schnarrrrrchen, Schmatzen, Pupsen, Rülpsen, Stinken geht heutzutage alles. Hauptsache, man versteht sich, bestens.
Bei dem Weg über Gifhorn, unbedingt Frau Nachbarin grüßen. Dankt ihr in unser aller Namen für ihren Beitrag zu unserer Unterhaltung. Hier in Berlin, im Rentnerpark, wir rentnern noch.
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Wie Haut und Knochen auszogen, ihr Glück zu finden …
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Über Meinungsfreiheit und die Freiheit nicht antworten zu müssen, dabei immer
... frei nach Luther den Wajble, den Männla
teutschen Zungenschlages aufs Maul geschaut …
teutschen Zungenschlages aufs Maul geschaut …
... bei der unsere Nachbarin so bewegenden großen Frage der Menschheit:
Was unterscheidet den Verlierer vom Erfolgsmenschen?
Wer weiß es? Sie dahinten? Sie sehen so intelligent aus! Ihr vielleicht? Auch nicht?
Ich auch nicht, wir haben da etwas gemeinsam, ein Defizit und leiden gemeinsam, und dürfen uns jetzt trösten.
Auf der gerade richtigen Datenautobahn surfen! Wie?
Genau, so ist’s, er weiß es nicht;
auch ahnungslos, wenn es darum geht vor allem Nutzlosigkeit und Sinnentleerung zur Notwendigkeit aufzuwerten und damit sich selbst,
und ist auch weit davon entfernt, vor einer dümpelnden Dumpflingherde als wortschwalliges Alphamännchen unserer beredten Leitkultur voranschreiten zu können. Als Männchen, als Weibchen? Heute egal,
und gehört erst recht nicht zur anschwellenden Kaste eloquenter Aufsichtsratsmitglieder, gar scharfzüngiger Abteilungsleiter, scheint´s feinsinniger Vorstandsmitglieder sowie diverser anderer bundesrepublikanischer Leidfiguren in Leitpositionen, die bei überhitztem Redebedarf ihre ersehnte Rolle zu inszenieren suchen, oder besser, wie vorige Woche in Japan, komplette Atomkraftwerke zum Glühen bringen, durch strahlendes Kampfgeplapper beispielgebend ihr Revier glauben behaupten zu müssen; mit patriotischem Eifer wuseln: Love, nein Kampfparaden! Liebes, nein Kampfmobben; Kampfsaufen, Kampfschietern, Kampfpupsen, Kampfstinkern und immer inmitten unserer wohlduftenden Fanmeilen.
Und warum nicht bei euch, im Büro, zu Hause? Nur so zur Abwechslung und nur als ein Vorschlag unter vielen anderen?
Oder spielen die Nachbarn etwa nicht mehr mit, wie, die Partner? Die treuen »Alt und Doof« – Kunden an den Bankschaltern?
Und fortwährend eingestellt auf Angriff und Verteidigung, von Mann zu Mann, von Frau zu Frau, von Nachbar zu Nachbar, versicherte man mir. Versichere ich euch, werdet ihr euren Nachbarn mit Nachdruck versichern können,
denn ich weiß Bescheid, besser als jeder andere, und wissen doch alle, und meine Nachbarin erst! Die von der Männer - domestizierenden Art, ihr wisst schon wie. Müsst sie unbedingt ´mal kennen lernen.
Aber üble Gedanken beiseite. Man kennt das aus dem vorigen Jahrtausend, was alle falsch machen, kann nicht falsch sein! Man glaubt es kaum. Wir bewegen uns auf neutralem Terrain, man weiß ja schon, fernab jener abgehobenen Gefilde, um der Auserwählten Zorngeplapper nicht unaufgefordert auf uns ziehen zu müssen; aber nicht in Berlin! Ihr glaubt es kaum.
Unser Wille ist stark!
Nein, nein. An den grünenden Ufern der friedlich murmelnden Aller hingegen, im Schutz des historischen Ratsweinkellers vielleicht, auf der lauschigen Bank im malerischsten Winkel von Gifhorn zum Beispiel, auf dem Platz mit der Gerichtslinde, neben der uralten Eiche, zur Abwechslung, im Frühlingsduft berauschend, mitleidvoll seufzend, wo doch Niedersachsen noch lustvoll miteinander zu parlieren verstehen, leichtfüßig ballettartig, behände tänzelnd, allumfassend, geleitet von blitzartigen Zuckungen ihres lebendigen Geistes, wo musikalische Grillen polytone Laute schlagen, vielfarbiges Federvieh unbeschwert im Breulergarten liebeshungrig piepst, wo gelehrige Schüler verehrter Vorbilder, äußerlich als auch inniglich getragen von vibrierendem Zungenschlag sich wortgewaltig entladen müssen über sich selbst, über dich und mich, Möpse, Moorleichen, Gartenzwerge, über mollige diese und drollige jene und vor allem über jene mit Haut und Knochen und Haaren.
Und da schreibt mir meine Nachbarin, ist ganz weg,
und wie die jetzt aussieht, nur Haut und Haare, lauter Haut und Knochen,
und dass die noch lebt, wie das wohl geht,
und früher war die so intelligent und jetzt das,
und so hübsch die war.
Was, stimmt nicht?
Lass mich doch auch einmal ausreden, geb’ mir doch solche Mühe.
Jetzt sag ich euch auch mal etwas.
Konnte mehr, als nur mit Puscheln wedeln,
habe ich doch immer schon gesagt, aber so gemein ist die Welt.
Versteht ihr das? Hört ihr mich überhaupt?
Ausgerechnet Berlin, hastenich, kannstenich, was sucht die da,
weiß wohl, die jungen Dinger von heute, nee, nee, nee, passt bloß auf, und so gemein.
Paß auf, wie? Gartenzwerg, ich?
Nee, doch, warum, wie, was? Muss einem doch gesagt werden.
Paß auf. Da komm ich wohl gestern nach Hause, und da sehe ich die, na du weißt schon wen,
aber auf mich will ja nie niemand hören,
gehör schließlich auch dazu,
und da wohnte die, na die Nachbarin, die mit Haut und Knochen die, jetzt in Berlin die, und er, na du weißt schon wer, der aus dem Schnepfenweg fünfzehn, im Winkel, vornehme Gegend da, für die aus Wolfsburg, ganz was Feines, bei den Funkern nebenan, schon unheimlich, was die da treiben. Völlig undurchsichtig das, Elektrosmog heißt’s heute, wer sagt das eigentlich, na, wenn’s bei denen nur recht funken tut, dann eben, reden heute nur noch, die Leute,
aber bei meiner Nachbarin, wer hat da noch Durchblick, Fehlanzeige, höre nur noch Stimmen, Stimmensmog das, nichts verstehen bei all dem heißlaufenden Geschnatter,
brennen dann immer gleich die Sicherungen durch, bei mir, hältst du ja im Kopf nicht aus das. Null Durchblick, zappenduster,
aber ich bin nicht neugierig, ich nie, und beklage mich nie,
und rennen dann immer so aufgeregt durch die Büsche, unsere schöne Heide, aufgescheuchte Karnickel die, wie das wohl enden mag,
und peilen immer ganz aufgeregt, auch um die Ecke und suchen was und finden nichts, wie das wohl geht. Bei meinem Männe hatte das mal gewirkt, dann ich, aber das war früher. Tanzstunde, Partnerwahl, mein Männe, was ‘ne Strahlung, immer positiv, früher, und nicht schädlich, nein, nein. Was `ne Rente, jetzt, bleibende Strahlung das, ohne Schäden, ohne Smog, ohne Rauch und ganz sicher, wie man hört, wie ich meine, die Rente, wer man so sagt.
Ja, kenne sie schon lange, lange, lange Zeit, alles, alle, auch all die anderen, die aus Gifhorn, und so, und auch die von weit weg die,
und sie, und ihn erst, wie Anke, meine alte Stute, die Treue,
blies auch immer so die Nüstern auf, die Gescheckte, und strahlte vor Freude, echt, und in ihrem Blick immer so ‘was Possierliches,
und hier in Gifhorn fühlten die sich so wohl, draußen, bei den Mühlen,
und er immer so geschwätzig, der von ihr, und sagte auch immer danke schön,
und er was Feines, ganz was Feines,
und richtig nette Nachbarn, so nett,
immer so pünktlich, so freundlich, immer mehr als nur ein freundliches Wort, und ein offenes Ohr, und auch mehr.
Ich will ja nichts gesagt haben, hört ja doch niemand zu,
und was der von der wohl wollte, man hört ja so einiges,
aber von mir nichts mehr, nichts, nichts, aber auch gar nichts, rein gar nichts.
Hörst du noch etwas? Auch egal, Ich weiß Bescheid, wovon war die Rede?
Und denk dir bloß, wie? Denk schon, so war’s, aber hör mal. Die anderen nicht einmal danke schön.
Und erst der Großvater von der, na du weißt schon, soll ein bisken auf der hohen Kante gehabt haben.
Ich sag’s ja immer.
Aber hat jetzt auch eine Wampe, wie alle, und wenn ich was sage,
aber auf mich hört ja niemand. Männer eben, wen wundert’ s, kommen nie richtig in die Puschen so. Und die Muttis erst! Seid es euch immer wert. Lustgewinn durch formbare Männer, sagen die in der Werbung! An meine kommt keiner ran, Formen meine ich! Dafür alle nach Nordkenia, ganz ohne Begleitung, was die da wohl haben! Aids? Nee, das war gestern, heute Ebola heißt das, kurz und bündig, unbedingt mal ausprobieren. Was sich die Natur so alles einfallen läßt, sowas.
Nein, wie niedlich, gucke mal da, da drüben, die Kleinen, sind die süß,
sind die wohl von hier? Goldige Bälger die, und so lieb.
Männer, alles geile Böcke, Verkalkungen, Blutdruck und Chloresterol, Cholsterol, Kloklostol oder wie die Weißkittel das in der Werbung immer heißen tun, was die damit wohl meinen tun,
aber mein Männe war da immer ganz anders, immer Strahlemann,
und wie die immer heulen tun, wenn da mal ein Tor fällt,
aber am ganzen Körper, hernach, im Bett, ganz schlapp.
und alles Implantate, wenn die da so laufen tun, immer hinter
den runden Dingern her, brauchen die nicht, von mir aus. Sehe die Knacker am liebsten von hinten, was soll das ganze Sport – Gedönse. Nix mehr von Supermann. Aber die Jungs vom Fußball, wat’ n knackiger Popokatepetl, weiß schon, der mit aliphatischem Oberteil, du weißt schon, griffig, doppelgriffig, abriebfrei, anders als unsere Politiker, die in der Werbung,
und Männer, wo die sich heute überall rumschneiden lassen und wo die sich so rumsaugen lassen, Männer eben, was an denen alles so rumhängen tut, bei mir nichts mehr, und bei meinem Männe alles stramm. Die anderen: Segelohren, Hakennasen, Nasenhaare, Schlappmaul, Krummbeine, aber ihr versteht sowieso nichts davon, weiß wohl. Lippenpflöcke, überall, am ganzen Körper, und durchbohren, du fasst das nicht, durch den Zippel, sieht man doch gar nicht. Aber in der Sauna, musst’ unbedingt mal hingehen und angucken. Lippentaler. Was die wohl davon haben tun. Penisköcher, auch geflochten, Modell Namba. Stört das nicht ein bisschen, wenn die hinterher damit dann rumtun müssen?
Und meine Anke war da ganz anders, nach jedem Ausritt,
und so lieb, jawohl, mich sehen, wie die so lieb mit dem Schwanz wedelte, und wiehert so sanft, und nichts mit Plappern und dazwischen reden, und nur ein Ring durch die Nase, nicht aus China, rostfrei, pflegeleicht, ganz was Feines, und immer so lieb, so lieb.
Und weiß wohl, ist eben Pfingsten, die ganzen Auswärtigen, immer nur rumrennen, waren auch schon mal besser. Bei dem Wetter. Wissen wohl, was se hier haben, ihre Ruhe. Und sagen kein Wort. Haben wir das gut,
und die Jucktur, wie, Kojunktur, was, Konjunktur, na eben, sag ich doch die ganze Zeit, auch nicht mehr das, was ‘se einmal war, und die Bonuszahlungen erst.
Aber nein, nein, nie und nimmer! Alles diesig, immer wieder Smog, sagen die Vielredner in der Werbung.
Muss man das eigentlich immer so glauben? Oder verstehen? Egal!
Und dann sagte der noch, der Enkel von ihm, also der Bruder von ihr, aber der redete immer viel zu viel,
und alles durcheinander, wie der das wohl so hinkriegt,
aber dann hat sie noch einen Schlaganfall gehabt, und das in ihrem Alter.
Haben sie wieder hingekriegt. Toll, was die heute machen. Alles neu.
und immer hinter meinem Rücken.
Aber mir sagt man ja sowas nicht,
Herzen, Gehirne, Busen, Därme, Gelenke. Hälst’ ja im Kopp nicht aus. Auch Kunstfehler, manchmal, nennen die das so, und vertauschen dann Hüft - und Kniegelenke dabei, aber dass das nicht so richtig funktioniert, weiß ich schon lange.
In der Kunst gibt es keine Fehler, sagte Krawutzke immer, Lehrer Krawutzke, aber das war vor seiner OP, jetzt nichts mehr mit Kunst, er, kein Wort mehr, was sonst,
und bei ihr war’ s nur ein Schlaganfall,
aber auf mich hört ja niemand,
aber da kann man nichts falsch reparieren. Braucht keine Ahnung zu haben, ich weiß Bescheid! Jetzt red’ ich.
Seid doch bloß mal still, muss das wohl öfter wiederholen bis ihr das so richtig verstehen tut.
Bei den Ärzten und bei den anderen, und so viele faule Eier, überall Kunstfehler, aber ist schon kompliziert. Wenn die einem so den Bauch aufschlitzen tun, und wenn die dann reingucken tun, und rummachen tun, und bei dem Durcheinander, Bänder, Adern, Sehnen, Kabel, Schläuche, Strippen. Fäden, wer lötet das wieder zusammen, richtig, geht alles drunter und drüber, kann man sich doch leicht vertun, oder, ist doch klar,
aber mir würde das auch passieren, habe das schon oft gesehen das.
Aber jetzt ist sie wieder auf dem Damm, und in Berlin, und sie war immer so nett dabei, Goldkind so was, so gesund, so ein Engel.
Was? Nie gehört! Kann nicht sein, nie!
Wie die das so macht, so ganz allein in Berlin,
und was die da wohl zu suchen hat, und Brezelberg, wie, Prenzelberg, Prezelpark, wo das wohl ist,
aber kenne nur Spandau, da auf dem Weg hinter Wolfsburg oder so. Sankt Tropez, auch ganz feine Gegend, früher, heute auch nicht mehr das was es einmal war, wie »Im Winkel«, ihr seid es euch immer Wert, sagt das dürre Ding da in der Werbung,
versteht sich, verstehen, wie, sollte man besser wohl doch nur glauben, wie bei den Benzinpreisen heute, den Entführungen, den Radikalinskis, den Politikern, den Bärtigen, den Bänkern, den Talibaninskis, immer Gehirn ausschalten, danach »PZ«, problemfreie Zone.
Alle in die Jahre gekommen, zwischenzeitlich, so runzlig, so vergesslich, so aufgelöst im Smog, höre immer Rauchverbot. Und dann die vielen Graffiti,
aber Kunst ist das, haben sie gesagt, ganz ohne Fehler, heute auch auf den Armen, Bäuchen, Busen, Backen, ganz vorn, ganz hinten, unter der Sohle, auf dem Kopf, keine Haare, keine Klamotten mehr drauf, nichts drunter, nichts drüber, sieht echt aus, und ganz ohne Goldrahmen, wie in der Werbung, aber bei mir nicht, von mir aus, in Brenzelberg, wie, Rentnerberg, aber ohne mich, in Viti Levu hatten sie das auch, ganz früher, auch bei den Frauen, auch da, wo’s ganz heiß her geht, bei unseren Schwestern, meine ich, bevor die Missionare, die aus dem Kloster kamen, nach Fiji.
Ob die da auch so viel reden tun? Sie war ja immer ein ganz ruhiger Mensch, ganz schweigsam, und so nett und nur Haut und Haare jetzt.
Und immer dafür und nie dagegen.
Ja, kenne die schon lange, beide. Er drüben, in dem Windmühlenpark,
und wackelte immer so mit dem Kopf, aber ganz komisch,
von rechts unten nach links oben, ob das von dem vielen Mühlengucken kommt,
er, Aufseher, er, nicht sie, nee, nee, und grinste immer, schiefer Mund, wie der das wohl machte, sie nicht, nee, nee, sie tat ja immer sehr viel denken, immer mit dem Kopp,
und immer so intelligent. Und nachts erst!
Dafür jetzt in Berlin. Muss ja wohl so sein.
Warum nicht Braunschweig? Auch weit weg.
Und unsere schöne Südheide erst, so schön hier. Warum gehen die alle weg? Niemand mehr, der was sagt.
Mir hört ja doch keiner zu, da redet man und redet und redet, hat aber sonst immer gewirkt. Sollt’ mir das glauben, wozu das viele Gedönse sonst?
Warum sagt ihr nichts? Immer nur Schweigen, lästig sowas. Meine das so wie ich das sage!
Und ganz nach Prezelpark, hört man ja nichts mehr von der!
Haben die sich doch tatsächlich dazu überreden lassen,
aber das war vorher, hört ja so manches von da, und so laut,
und alles Bärtige, und Pitbulls erst, so bullig, immer beißen, warum nicht die eigenen Kerle, immer saufen was die tun, saufen, saufen, prügeln. Alles Radikalinskis, und Schädelnackte, was die da wohl so machen tut, und rauchen und saufen und dann jammern, Kopfschmerzen, Kater. Zu nichts zu gebrauchen, rein gar nichts, und immer nur kiffen.
Da redet man, da redet man und keiner hört zu.
Das läßt das Hirn schrumpfen, das Kiffen, steht in der Heidepost.
Und die Kater erst, Nikotin ist doch so schädlich, und immer diese Ansager in der Werbung, nichts anderes. War auch schon mal besser.
Und Goldfische erst, vertragen auch kein Aspirin mehr, wie bei meinen Nachbarn, nee, nee, nee, bei mir nicht, mit mir nicht.
Was? Ja, ja schon, obgleich, wart mal. Kann sein!
Und Milch erst, wird auch immer teurer,
früher war’ s das Erdöl, und jetzt das. Wie das wohl mal enden wird?
Milch und Erdöl, haben scheint’ s irgendwie miteinander zu tun.
Ja, man hört ja so einiges, oder.
Hat sie gesagt, ich schreie alle an.
Wie, was? Versteh nicht! Lauter reden? Die tut mir ja so, so leid.
Also, was die verkehrt macht, wie, macht sie richtig. Was sagten Sie, machen Sie, so beruflich oder so. Und das in Ihrem Alter!
Und dann, hat immer schon so komisch geguckt, die hatte da was, die hatte da was,
wo ich mir soviel Sorgen um die mache.
Nun hört ‘mal!
Und ihr, sollt mir das endlich einmal glauben, wozu seid ihr letztendlich da?
Wie? Schreiberling? Weiß schon, wie von der Gifhorn Heidepost.
Wissen auch immer viel, können viel erzählen, so viel,
aber mir sagt ja keiner was davon.
Immer viel Wind, viele Worte, Worte, nichts als Worte, Sätze, nichts als Sätze, ja ja, so ist’s, und hinterher, das ganze heißt Roman oder Gedicht oder so. Dafür auch Preise, wie das wohl geht? Will auch einen! Und ganz ohne zu bezahlen. Bei Nichtgefallen zurück, oder? Schon mal so etwas gesehen? Wie? Ich sag‘s ja immer. Ist doch gar nicht vorgesehen. Reden schon, aber zuhören, nerven einen. Machen sogar Geld damit, manchmal!
Wo? Ja, ja, weiß schon, in Berlin, alles besser, alles teurer, die Kartoffeln, die Milch, Gas, Wasser, hältst du ja im Kopf nicht aus, und so laut, so laut, und stinkt, und stinkt, und die Autos, der Lärm, einfach nichts zu hören mehr, nicht mal das eigene Wort, und dann, alle so dünnhäutig da, die in Prezelback, Prezelpark.
Nun lasst mich doch mal ausreden, ihr tut doch auch nichts anderes,
habt ein unheimlich dickes Fell ihr, und was sagt ihr, weiß schon,
und die Leute, so dick und fett, nur Fett und Haare, Fett und Knochen, pfui, pfui, pfui, und die Glatzen, glänzen vor Fett, Fett ist doch so ungesund, sieht man jeden Tag in der Werbung.
Piept doch bei denen, und die Kinder, alle Asthma schon, und so jung, aber man hört mir einfach nicht zu, reden alle so viel, hört sein eigenes Wort nicht, von mir, kein Wort mehr, ab morgen, und da gibt man sich solche Mühe, ist doch so ungesund und so. Redet immer nur der andere. Wie die das überleben, aber alle keine Ahnung,
und ich sag’ s ja immer, mit mir kann man’s ja machen,
und so gemein, wozu redet man da noch, seid es gar nicht wert,
weiß doch Bescheid, weiß doch so Bescheid, schon drei Male gesehen das, bin Experte,
wie oft soll ich das noch wiederholen, hat sonst funktioniert. Kein Respekt mehr. Red’ nicht mehr mit euch, alle so gemein, die Möpse
und die Männer erst, Schädelnackte, Schädelhaarige, die Gelenke, die Blutgedruckten und so und all die anderen, Rennmäuse, Gummibärchen, Gartenzwerge, Moorleichen, Krümelmonster und alle so dösig im Rentnerpark, Prezelpark, und so bissig,
und sie, was ein fröhliches Kind, so ein Sonnenschein, Blondschopf, süßer Wonneproppen das, ganz ohne Falten, die hatte da was, da oben, ja, ja, die hatte da was, im Kopp,
und so intelligent, kann sich mancher von uns Alten gut und gern was abschneiden, ‘ne Scheibe oder zwei.
Was ein Glück, ich weiß Bescheid. Findet man nicht alle Tage, im Smog, nur Haut und Knochen, nicht der Rede wert.
Laß mich doch bloß ‘mal ausreden! Auch egal! Wovon war die Rede?
Wie, gar nicht Rentnerberg, wieder Gifhorn? Nicht Haut und Knochen? Was denn sonst? Biest das, gemeines, geschieht ihr recht!
Warum sagt mir nie niemand nie etwas?
Na, wie war’s?
Ich danke Euch jedenfalls für Euer tapferes Durchhalten, das mitfühlende Schweigen Eurer Stimmbänder, Eurer Handies.
Achtet bitte weiterhin auf Eure Gesundheit, Eure Nachbarin, Eure Wajble, Eure Männla, Eure Gelenke, die Konjunktur, Pelzmäntel, Eure Penishüllen. Bitte nichts liegen lassen!
Das Fundbüro im Hinterhaus quillt über.
Auf dem Heimweg: nicht von fremden Hunden beißen lassen, zurückbeißen. Ihr wisst schon wie! Dabei nicht zu bissig werden. Bellen, Quaken, Zwitschern, Grunzen, Schnarrrrrchen, Schmatzen, Pupsen, Rülpsen, Stinken geht heutzutage alles. Hauptsache, man versteht sich, bestens.
Bei dem Weg über Gifhorn, unbedingt Frau Nachbarin grüßen. Dankt ihr in unser aller Namen für ihren Beitrag zu unserer Unterhaltung. Hier in Berlin, im Rentnerpark, wir rentnern noch.
© Text: Hardy Eberhard


