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kugelschreiber

____________ Christa Bernlochner ____________


»Gedichte sind wie ein Spiegel auf dem Grund unserer Seele!«


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Beitrag entnommen aus
»Das Gedicht lebt«
Ausgabe 2010
R.G.Fischer Verlag



Beitrag als PDF-Datei

Inhalt
Bergwelt
Licht und Leben
Überall singen die Vögel gleich
An (m)ein Kind
Sing mir das Lied
Geschenk
Ich wünsche mir so sehr
Fasching
Hoffnung
Sehnsucht
Hörst du nicht
Maria – Hilfe und Trost
Sehnsucht nach Gott
Vor-Frühling
Frühling
Mein Engel
Herr Jesus Christus
Vor Gott
Deine Liebe ist unermesslich
HERR, DU bist der SCHÖPFER
Wer könnte größer sein?
Danke
Leiden Christi
Vor dem Gekreuzigten
Am heiligen Grab
Auferstehung
Ostern
Herr am Kreuz
Pfingsten
Urlaubsland
Trauer
Friedhof
Sommerwind
Oh, Mensch, bedenke, wer Du bist
Abschied
Weihnacht
Ich schenk Dir einen Stern
Neujahr
Schneeflocken
Siebzig Jahr
Die Uhr
Die Zeit



Bergwelt

Hochragende Berge, von Schnee bedeckt,
Gebirgsketten, majestätisch hingestreckt!
Der See liegt ruhig, eingebettet, wunderbar
zwischen den Bergen, erhaben und klar!
Die Häuser des Ortes, an den Hang geschmiegt,
die Zweige der Bäume, vom Wind sanft gewiegt,
singen das Lied der Berge in den Himmel so blau,
wissen um die Schönheit der Bergwelt genau!


Licht und Leben

Bewegung, Farbe, Licht und Leben –
was kann es Schöneres geben, –
das uns so ganz gefangen hält
im Lichterglanz der großen Welt?

Überall singen die Vögel gleich

Ob in Kapstadt oder Grönland,
ob in Alaska oder Feuerland,
ob das Land nun arm ist oder reich –
überall singen die Vögel gleich!

Hör ich die Vögel in unserem Wald,
bin ich zu Feste bei Jung und Alt,
bin ich zu Hause oder überm großen Teich –
überall singen die Vögel gleich!

Bin ich traurig, bin ich froh,
bin ich im fernen Mexiko
oder gar im Mongolenreich –
überall singen die Vögel gleich!

Sie wollen ihren Schöpfer loben,
der über allem wacht da droben,
wo die Sonne auf die Erde lacht
und uns froh und glücklich macht!


An (m)ein Kind

Dein Blick, so klar und rein –
strahlt mir ins Herz hinein!

Dein Mund, so lieblich und so klein,
er will mir sagen: ich bin Dein!

Du bist so schön und zart wie eine Blüte,
gibst Botschaft einer besseren Welt:

Von Gottes reicher, reiner Güte
und einer Schönheit, die gefällt!


Sing mir das Lied

Sing mit mir das Lied der Hoffnung,
schenke ein den roten Wein!
Trink mit mir den Wein der Freude,
laß uns gute Freunde sein!

Sing mit mir das Lied der Treue,
halte hoch der Freundschaft Bund!
Nur der zeigt sich der Freundschaft wert,
der sie wahret und auch ehrt!

Sing mit mir das Lied der Freude,
denke nicht an Sorg und Plag!
Freue Dich der schönen Stunden,
freue Dich des heutigen Tags!

Sing mit mir das Lied der Liebe,
oh, wie herrlich ist die Welt!
Auch des Menschen schönster Triebe,
Gott hat alles wohl bestellt!


Geschenk

Freund, nimm jede Gabe an,
die man Dir schenkt
und Dein in Lieb’ gedenkt!
Und wisse, was Du bist,
ist selber Dir geschenkt –
Geschenkt vom Spender aller Gaben,
der unsere Würdigkeit nicht mißt
nach Reichtum, Gut oder Geld!
Nein, weil Er liebt, sind sie zu haben,
damit wir anderen auch geben,
was ihnen nottut für ihr Leben
und so Geschenk sind für die Welt!


Ich wünsche mir so sehr

Ich wünsche mir so sehr, es mög Dir gutgehn,
ich wünsche mir so sehr, daß Deine Wünsche in
Erfüllung gehn!
Ich wünsche mir so sehr, daß Gottes Geist Dich
mög’ umwehn
und Deine Träume nie vergehn!
Ich wünsche mir so sehr, daß wir uns immer
gut verstehn,
und daß wir uns bald wiedersehn!
Ich wünsche mir so sehr, daß Gottes Sonne
Dir stets lacht
und Dein Leben froh und glücklich macht!


Fasching

Viel Konfetti und Luftschlangen,
überall verstreut und rumgehangen,
sind das Merkmal dieser Zeit,
die da heißt: die Faschingszeit!

Buntes Treiben, Maskeraden
tummeln sich auf allen Pfaden!
Dazwischen gibt es Böllerschüsse,
Lustgeschrei und heiße Küsse!

Willst Du närrisch sein, so jetzt,
heut wird mit Fröhlichkeit gefetzt!
Sind dann morgen leer die Taschen,
kannst du deine Geldbörs’ waschen!


Hoffnung

Die Hoffnung ist wie ein
Stern in der Nacht,
der uns zuversichtlich macht,
weil er unser Dunkel durchbricht
und uns Aufblick gibt zu mehr Licht,
zu mehr Leben und Glück!


Sehnsucht

Mein Herz ist traurig, es ist nicht froh,
ich frag mich: weshalb, warum, wieso?
Ich fühle, es ist Sehnsucht nach Dir,
so wie Du es oft hattest nach mir!

In meinem Innern fühl’ ich den Schmerz,
der leise nagt in meinem Herz –
das Alleinsein ohne Dich
zeigt, was Du bedeutest für mich!

Du schenkst Geborgenheit und Glück,
Gelassenheit, Freude und Zuversicht!
Danach sehnt sich mein Herz zurück –
es will und kann lassen Dich nicht!


Hörst du nicht

Hörst Du nicht
das Wort der Liebe,
das so flehend und so
deutlich zu Dir spricht?

Siehst Du nicht
die Not der anderen,
die so lautlos und
eindringlich zu Dir spricht?

Fühlst Du nicht
das Leid des Nächsten,
das ihm Lebenskraft
und Freude bricht?

Teile mit ihm seine Schmerzen,
teile mit ihm seine Not!
Das allein heilt kranke Herzen,
das allein gibt seiner Seele Brot!


Maria – Hilfe und Trost

Drückt Dich ein Weh,
zur Mutter geh –
sie hilft all ihren Kindern,
den Armen, Kranken
und den Sündern!

Sie steht Dir bei in jeder Not,
in Armut, Sorge und auch Tod!
Sie ist der Stern der Hoffnung in der Zeit,
führt Dich in Gottes ewige Herrlichkeit!


Sehnsucht nach Gott

Sie brennt in meiner Seele,
als ob mir etwas fehle!
Sie flackert auf, ich weiß nicht wie
und lodert manchmal auf ganz groß.–
Doch ganz erlischt die Flamme nie!
Sie brennt auch nicht vorübergehend bloß,
sie glühet fort in meinem Innern!
Es ist, als wollt’ sie mich erinnern
an die große Liebe, Herr, von Dir
zu dem kleinen Etwas, Herr, wie mir!


Vor-Frühling

Hörst Du nicht die Glocken klingen,
hörst Du nicht die Lieder singen
durch die laue, milde Luft?
Riechst Du nicht den feinen Duft,
der herüberströmt vom Garten
und uns den Frühling läßt erwarten?


Frühling

Aus den Zweigen dürr und kahl,
aus der Erde grau und fahl
bricht hervor das neue Leben,
will uns Freud und Hoffnung geben!

Kleine Blättchen, zart und fein,
spitzen in den Sonnenschein –
bunte Blüten weit und breit
schenkt uns nun die Frühlingszeit!

Über Felder, über Wiesen
scheint der Überfluß zu fließen –
Frühling, Frühling, überall
tönt es froh mit Klang und Schall!


Mein Engel

Ich hab einen Engel,
der gibt auf mich acht,
manchmal spüre ich deutlich,
daß er über mich wacht!

Er spannt seine Flügel
weit über mich aus –
Er geleitet mich sicher
und wohlbehalten nach Haus!

Der heilige Engel,
er gibt mir Geleit,
wenn der Weg manchmal schwer,
die Hilfe oft weit!

Er zeigt mir den Weg,
läßt nie mich allein,
will Freund und Beschützer,
will Führer mir sein!

Oh, heiliger Engel,
verlasse mich nicht,
und steh’ mir zur Seite,
wenn Hoffnung zerbricht!


Herr Jesus Christus

Herr Jesus Christus, ich glaube
an Dich –
in diesem Glauben stärke mich!
Du bist der Herr des Lebens,
hilf, daß wir leben nicht vergebens,
daß wir Dich preisen in der Zeit
und mit Dir leben in Ewigkeit!


Vor Gott

Ich bin nicht würdig, Unfaßbarer,
unendlich Großer, Wunderbarer,
mich Dir zu nahen oder Dich zu nennen, –
es ist Geschenk von Dir, Dich zu erkennen!
Doch innig bitt ich Dich,
nimm an mein kleines Ich!
Sieh nicht auf meine Nichtigkeit,
schenk mir von Deiner Heiligkeit,
daß ich auch anderen kann erzählen
von Deiner Güte, die uns will erwählen
zu Kindern Deiner ewigen Herrlichkeit
in Deinem Reich für Zeit und Ewigkeit!


Deine Liebe ist unermesslich

Herr, die Macht des Bösen ist unerbittlich,
doch Deine Liebe zu uns ist unermeßlich!
Dein Leiden, Herr, war unaussprechlich,
doch Deine Liebestat ist unauslöschlich!
Herr, der Du so viel für uns gelitten,
erweis Dich gnädig unseren Bitten!


HERR, DU bist der SCHÖPFER

Du bist der Schöpfer des Alls,
erhaben und mächtig!
Du bist der Herr aller Völker,
gütig und allgegenwärtig!

– Herr, wir verehren Dich!

Du bist in den Höhen des Himmels
und in den Tiefen der Erde,
Du bist das Licht in der Nacht
und die Fülle der Macht!

– Herr, wir beten Dich an!

Du bist das Feuer der Herzen,
die Rettung aus all unserer Not!
Du stillst unsere Sehnsucht
und gibst uns das tägliche Brot!

– Herr, wir lieben Dich!

Du bist die Güte der Menschen,
bist Schönheit und Kraft!
Du bist die Liebe,
die das Neue stets schafft!

– Herr, wir preisen Dich!


Wer könnte größer sein?

Ein Mensch – auch noch so klein –
ist ein Meisterwerk von Dir allein!
Ein wunderbares Abbild Dein –
Oh Gott, wer könnte größer sein?

Sein Wachstum, seines Geistes Kraft,
der erkennt und Erstaunliches schafft –
ist ein Geschenk von Dir allein!
Oh Gott, wer könnte größer sein?

Der Pflanzen Vielfalt und ihre Pracht
sind Zeugnis Deiner ewigen Macht!
Sie sind geschaffen von Dir allein –
Oh Gott, wer könnte größer sein?

Des Meeres Wucht, der Erde Gestalt
künden von Deiner hehren Gewalt,
zeugen von der Erhabenheit Dein –
Oh Gott, wer könnte größer sein?


Danke

Ich will Dir danken, Herr,
für jeden Tag!

Ich will Dir danken, Herr,
mit jedem Herzensschlag!

Ich will Dir danken, Herr,
für jeden Atemzug!

Ich will Dir danken, Herr,
Dir danken kann ich nicht genug!


Leiden Christi

Wir sehen Dich, o Herr,
am Ölberg auf den Knien ringen
mit großer Angst und Traurigkeit!
Das Opfer wolltest Du dem Vater bringen
zu unserer Rettung und Glückseligkeit!

– Die Liebe, Herr, die unermeßliche Liebe Dein,
wollte für uns Opfer und Erlösung sein!

Wir sehen Dich, o Herr,
an einer Geißelsäule stehn,
Dein heiliger Leib, so sehr zerschunden,
bedeckt mit Blut und vielen Wunden!
Wie konnte das geschehn?

– Die Liebe, Herr, die unfaßbare Liebe Dein,
wollte für uns Rettung und Erlösung sein!

Wir sehen Dich, o Herr,
den König und den Herrn der Welt:
Mit einer Dornenkrone hat man Dich gekrönt,
von Henkersknechten wirst Du frech verhöhnt!

– Die Liebe, Herr, die unerschöpfliche Liebe Dein,
wollte für uns Rettung und Erlösung sein!

Wir sehen Dich, o Herr,
das schwere Kreuz nach Golgotha nun tragen
mit großer Pein und ohne alle Klagen!
Der Weg ist steinig, hart und schwer,
und oft scheint es, Du kannst nicht mehr!

– Doch die Liebe, Herr, die unergründliche Liebe Dein,
wollte für uns Rettung und Erlösung sein!

Wir sehen Dich, o Herr,
Du hast Dich kreuzigen lassen,
von denen, die Dich heftig hassen!
Du wurdest arg geschlagen und mißhandelt,
Dein heiliger Leib von Wunden ganz verschandelt!

– Die Liebe, Herr, die unendliche Liebe Dein,
wollte für uns Rettung und Erlösung sein!


Vor dem Gekreuzigten

O Jesus, an den Kreuzesstamm
voll Pein und Qual gebunden –
Dein edler Leib bedeckt mit
Striemen, Blut und Wunden!

Ich kann nur schweigend Dich ansehn,
das Ausmaß Deiner Liebe nicht verstehn!
Du sprichst zu uns aus großem Weh und
Schmerz,
unergründlich ist für uns Dein liebend
Herz!

Das Leiden, Herr, hast Du für uns auf Dich
genommen,
deswegen bist Du ja auf diese Welt
gekommen!
Wie können wir Dir jemals dafür danken,
Herr –
Die unsagbare Liebe Dein drängt zum Danken
uns so sehr!


Am heiligen Grab

O Jesus, ganz zerschlagen liegst Du hier,
Dein wunder Leib spricht eindringlich zu mir
von Deiner großen Pein und Deinen vielen
Schmerzen,
die Du ertrugst an Deinem Leib, in Deinem
Herzen!

Nun ist Frieden, nun ist Stille,
in allem geschah Gottes heiliger Wille!
Dein schwerer Leidensweg ist nun zu Ende,
Du übergabst Dich ganz in Deines Vaters Hände!

Nun sitzest Du an seinem Thron
als Deines Vaters vielgeliebter Sohn,
der herrscht mit ihm in Ewigkeit,
mit großer Macht und Herrlichkeit!


Auferstehung

Jesus Christus, der Sohn des ewigen Vaters,
hat unermeßlich für uns gelitten.
Er starb am Kreuz für uns Sünder um unseres
Heiles willen!
Er ist am dritten Tage auferstanden von den
Toten.
Er ist seinen Aposteln und Jüngern erschienen:
Er hat mit ihnen gesprochen, sie konnten ihn
berühren und er hat mit ihnen gegessen.
Sie und viele, denen er erschienen ist, konnten
dies bezeugen:
Jesus Christus ist auferstanden,
Er ist wahrhaft auferstanden!


Ostern

Ostern, Ostern, Christi Auferstehn –
welch freudiges und herrliches Geschehn!

Der Herr hat uns befreit von Sünd und
Tod,
Er schenkt uns Gnade, Licht und
Brot!

O Mensch, nun steh auch Du auf von der
Sünd’
und werde rein und demütig wie ein
Kind!

Gott, der Herr, will gerne Dir vergeben
und Dich führen in sein ewiges Leben!


Herr am Kreuz

Herr am Kreuz an der Wand,
Dein sind Meer und Land!
Dein ist alles Leben und Sein,
ob es edel ist oder gemein,
Dein unseres Geistes Gestalten!
Dein ist des Geschaffenen soviel,
bist von allem Ursprung und Ziel!


Pfingsten

Pfingsten, Deines Geistes Wehn,
laß uns reiche Früchte sehn!
Schenk uns Deine Gaben ganz,
erfüll die Welt mit neuem Glanz!
Laß wachsen in ihr gute Taten,
laß sie mit Deiner Kraft geraten!


Urlaubsland

Hoher Berg und trautes Tal –
Dich grüß’ ich viel tausendmal!
Immer finde ich Dich schön, –
will Dich immer wieder sehn!
Atme tief ein Deine Luft
mit dem feinen, würzigen Duft!
Dein Gewässer, rein und klar,
ist für mich so wunderbar!
Was Du mir hier kannst geben,
ist ein herrliches und freies Leben!


Trauer

Du bist von uns gegangen –
voll Trauer ist nun unser Herz!
Ein großer Schmerz hält uns
gefangen, –
wie sollen wir nun leben ohne Dich?

Der Herr allein, Er weiß das Wie,
Er gibt uns neue Kraft zum Leben!
Er bleibt bei uns, verläßt uns nie,
wir sind im Glauben Ihm ergeben!


Friedhof

Über Gräber weht der Wind, –
über die, die längst entschlafen sind!
Sie ruhen nun in einem lichten Land
und sind geborgen in Gottes Hand!
Oh störet nicht die heilige Stille –
über allem herrschet Gottes Wille!


Sommerwind

Durch grünende duftende Wälder
und reife, fruchtbringende Felder
geh’ ich mit Dir, geliebtes Kind,
und um uns weht der Sommerwind!

Ein Schmetterling frei gaukelt in der Luft,
gelockt von der Blumen betörendem Duft!
Wir seine stillen Beobachter sind –
und über uns weht der Sommerwind!

Sonnengereifte goldbraune Ähren
werden bald Brot und Reichtum mehren!
Zum Ernten bereit sie nun sind –
und über sie streicht der Sommerwind!


Oh, Mensch, bedenke, wer Du bist

Oh Mensch, bedenke, wer Du bist
und daß ein Gott Dein eigen ist,
nach dessen Bilde Du gemacht
und der in Liebe Dich erdacht!

Drum suchst Du Ihn, der ist und
immer war,
und sehnst Dich nach Ihm immerdar!
Bist sein Gebild aus Erde und aus
Hauch –
bist tief verwundbar, und Er ist es
auch!


Abschied

Wenn ich auch heute von Dir geh’,
und ist’s im Herzen mir auch weh,
und wenn Dir’s ist, als ob das
Herze Dir auch bricht,
dann bitte, weine nicht!
Du bist mir wie ein freundlich
helles Licht –
Dich … vergess’ ich nicht!


Weihnacht

O göttliches Kind
in der Krippe allhier,
wir knien wie die Hirten
in Demut vor Dir!

Wir wollen Dich anbeten,
wollen Dich preisen
wie die Engel damals
in himmlischen Weisen!

Wir bitten gar innig
um Deine göttliche Huld,
und uns zu vergeben
manch Sünde und Schuld!

O göttliches Kind im Stalle,
machst uns so glücklich alle!
O göttliches Kind im Stroh,
machst uns unsäglich froh!


Ich schenk Dir einen Stern

Ich schenk’ Dir einen Stern,
er soll Dir sagen:
Ich hab’ Dich gern!

Ich schenk Dir einen Stern,
er soll Dir zeigen:
Ich bin Dir gar nicht fern!

Ich schenk Dir einen Stern,
denn wie wir wissen,
schon damals führte er zum Herrn!


Neujahr

Es kommt ein neues Jahr,
das alte ist vollendet!
Sei’s nun, wie’s war, –
das Blatt hat sich gewendet!

Was mag im Neuen uns erwarten?
Nun denn, wir wollen mutig starten!
Wir wollen auf das Glück vertrauen
und fest auf Gottes Hilfe bauen!

Sein heiliger Engel möge uns geleiten
in Freud und Leid uns treu begleiten!
Will er uns führen doch die rechte Bahn
und gehen mit uns himmelan!

Herr, gib uns neue Kraft zum Leben,
damit wir stetig aufwärts streben
zu allem Guten, Wahren, Schönen
und uns mit Dir und uns versöhnen!


Schneeflocken

Schneeflocken tanzen und wirbeln herum,
sie bleiben dabei behende und stumm,
sie decken die Erde ganz leise zu –
geben ihr zeitweilig Heimat und Ruh!

Fallen auf Dein Gesicht, o Menschenkind,
doch ganz schnell sie wieder verschwunden
sind! –
Sind wie ein Gruß vom Himmel an Dich,
als wollte er sagen: Denk auch an mich!


Siebzig Jahr

Der Mensch mit siebzig Jahr
ist nicht mehr, wie er war!
Vom Kopfe bis zur Zeh’
tut es ihm manchmal weh!
Die Arbeit fällt oft schwer,
die Kraft, sie reicht nicht mehr!
Das Haar, es ist schon licht,
ist lange nicht mehr dicht!
Die Zähne haben große Lücken,
das sind des Alters üble Tücken!

O Mensch, im Alter werde weise,
genieß des Lebens Freuden still und leise!
Erfreue Dich des Lebens lange noch,
daß Du kannst sagen: Schön war es doch!


Die Uhr

Hörst Du das Ticken der Uhr
an der Wand?

Es verrinnen die Minuten,
die Stunden wie Sand!

Die Uhr will uns zeigen
die entfliehende Zeit

und wie die Stunden
sich neigen zur Ewigkeit!


Die Zeit

Zug um Zug und wie im Flug
vergeht die Zeit!
Man nicht versteht,
wohin sie geht –
ins Meer der Ewigkeit!
Wann ist’s genug –
das Maß erfüllt?
Wir wissen nicht,
wann Gott das Amen spricht!


Über die Autorin:

Christa Bernlochner
ist 1940 in Regen/Bayerischer Wald geboren, Studium der Pädagogik, Lehrerin in ihrer Heimat Niederbayern.
Die Autorin veröffentlichte bisher folgende Bücher:
»Lyrik im Licht des Ewigen«,
»Mater Sanctissima«,
»Alles ist nur ein Geschenk«,
»Gepriesen sei der Herr«.